LH Pröll besucht Kasematten

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll besuchte die Kasematten – „Österreichweit einzigartiges Architekturdenkmal!“Die Wiener Neustädter Kasematten werden ein zentraler Bestandteil der Niederösterreichischen Landesausstellung in Wiener Neustadt und der Region im Jahr 2019. Zur Zeit laufen die Vorbereitungen zur Sanierung und Revitalisierung des historisch wertvollen Bauwerks unter dem Stadtpark.

Ein diesbezüglicher Architektenwettbewerb ist im Laufen. Gleichzeitig wurden in den letzten Wochen und Monate intensive bauhistorische Untersuchungen an der Wehr- und Befestigungsanlage durchgeführt, die zum Teil sensationelle Ergebnisse brachten. Davon machte sich nun auch Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll gemeinsam mit Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger ein Bild.

Der Landeshauptmann zu seinem Besuch in den Kasematten: „Es ist beeindruckend zu sehen, was hier vor Jahrhunderten entstanden ist. Die Kasematten sind wirklich ein österreichweit einzigartiges Architekturdenkmal. Umso wichtiger ist es, sie für die Nachwelt zu erhalten und sie im Rahmen der Landesausstellung 2019 dementsprechend ins Zentrum zu rücken. Ich bin überzeugt, dass hier etwas Großes im Entstehen ist.“

„Die Wiener Neustädter haben natürlich alle schon einmal von den Kasematten gehört, aber die tatsächliche Bedeutung und der Stellenwert dieser Anlage war den wenigsten bewusst. Ich freue mich sehr, dass wir das nun ändern können. Allein die rund 4.000 Menschen, die zu den Tagen der offenen Tür gekommen sind, zeigen, wie groß das Interesse der Wiener Neustädterinnen und Wiener Neustädter an den Kasematten ist. Wir werden deshalb eine nachhaltige Lösung und Nutzung für dieses Juwel sicherstellen“, so der Bürgermeister.

Zusammenfassung der bauhistorischen Untersuchung der Kasematten

In enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt, vertreten durch Landeskonservator Hofrat Dr. Hermann Fuchsberger und seinem Team, wurden in den letzten Monaten durch entsprechende Experten bauhistorische und archäologische Untersuchungen der Kasematten und des Umfeldes durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass es sich mit der Kasemattenanlage in Wiener Neustadt um ein wohl österreichweit einzigartiges Architekturdenkmal handelt.

Drei Elemente bestimmen das Baugefüge:

Die aus der Zeit der Stadtgründung im späten 12. Jahrhundert stammende Stadtmauer mit einem der vier Ecktürme ist im behandelten Bereich sowohl in ihrer ursprünglichen Substanz als auch mit den Aufzonungen aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts, aus dem späten 15. sowie aus der Mitte des 16. Jahrhunderts erhalten. Damit zeigt die Stadtmauer in diesem Abschnitt auf engstem Raum ihre komplexe Entstehungsgeschichte.

Einzigartig ist aber vor allem die Tatsache, dass vor der südwestlichen Stadtmauer auch noch die Zwingermauer mit Zinnenabschluss aus dem frühen 13. Jahrhundert steht – ein bedeutendes Dokument einer der frühesten Zwingerbefestigungen im deutschsprachigen Raum.

Die hochmittelalterliche Fortifikation Wiener Neustadts ist damit an dieser Stelle besonders authentisch erhalten geblieben. Die räumliche Beengtheit eines Zwingers wäre durch die Freistellung der Anlage gut zu veranschaulichen.

1551 entstanden die heute noch vorhandenen Reste der vor die Stadtmauer gestellten Bastion bestehend aus einem Geschützhof zum Bestreichen der Mauer, aus der geböschten Flankenmauer der Bastion und dem Ansatz der geböschten Face. In der Stadtmauer sind die vermauerten Portale auf die Bastei und in den Geschützhof erhalten.

Durch die Freistellung dieser Bauelemente könnte das renaissancezeitliche Bastionärsystem, das in Wiener Neustadt nach dem Vorbild Wiens konzipiert wurde, von dem in Wien jedoch keine derartigen Bauteile mehr erhalten sind, österreichweit einzigartig erleb- und nachvollziehbar gemacht werden.

In Kombination mit der dahinter befindlichen Strada Coperta und den drei Röhren der Kasematten kann für den Besucher die Funktionsweise einer Bastion vollständig veranschaulicht werden.

Wiener Neustadt, am 11. August 2016

 

 

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