Zu Besuch bei Wiener Neustadts Innenstadt-Winzer

Zu Besuch bei Wiener Neustadts Innenstadt-Winzer Der „Alte Stadtheuriger“ der Familie Fucik in der Baumgartgasse 9: Nicht nur die Wiener Neustädter kennen und lieben ihn.

Das 400 Jahre alte Haus und der romantische Gastgarten mitten in der Innenstadt sind Zeugen einer langen Wiener Neustädter Heurigen-Tradition, deren letzter Vertreter Pepi Fucik nunmehr ist. Er betreibt in 4. Generation nicht nur den allerletzten Heurigen der Stadt, sondern keltert auch Wein aus Weingarten im Stadtgebiet von Wiener Neustadt. Und mit Tochter Theresa hilft auch schon die 5. Generation mit.

In den 1980er Jahren gab es noch rund 20 Heurigen, 1994 waren es nur mehr vier und heute ist Pepi Fucik sozusagen der letzte seiner Art. Das aber mit Leidenschaft und viel Herzblut. Der hauptberufliche Lehrer für Deutsch und Sport führt die einst große Weinbautradition mit viel Stolz und in reiner Handarbeit in seinem rund 1 Hektar großen Weingarten weiter. 

Weiß- und Blauburgunder, Grüner Veltliner und Zweigelt gedeihen im „Ried Gießhübl“ am südlichen Stadtrand. Woher der Name kommt, weiß man heute nicht mehr, aber es ist Pepi Fuciks „kleine Toskana“, wie er selbst sagt. Und es ist der südlichste Ausläufer des Weinbaugebietes Thermenregion.

„Ausg’steckt is“ beim Fucik drei Mal im Jahr und dann kommen nicht nur die eigenen Weine auf den Tisch, sondern auch fleischige Delikatessen, die der Heurigenwirt selbst veredelt. Und alles, was fürs Heurigenbuffet nicht selbst produziert wird, kommt aus regionalem Einkauf. Etwa der Schafskäse aus der Buckligen Welt und die Blunzn aus dem Burgenland.

Ob die Wiener Neustädter Weinbautradition mit Pepi Fucik enden wird, oder ob Tochter Theresa einmal weitermacht, weiß man noch nicht. Darum sollte man jetzt noch genießen, genießen, genießen bei Neustadts letztem Heurigen!

   

Links: Pepi Fucik beim Picknick im letzten Weingarten der Stadt; Rechts: Pepi Fucik mit Cousin Karl Linzer, vom früheren Heurigen Linzer.

Wiener Neustadt, 27. August 2018

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