Zukunftsrede des Bürgermeisters zum Nationalfeiertag

Zukunftsrede von Bürgermeister Schneeberger: „Wiener Neustadt soll Image der Schulden-Hauptstadt ablegen, mit positiven Entwicklungen für Schlagzeilen sorgen und Bürgergesellschaft bilden!“Am Mittwoch, dem 21. Oktober 2015, fand im Stadttheater die diesjährige Festveranstaltung der Stadt Wiener Neustadt anlässlich des österreichischen Nationalfeiertages statt. Das Motto lautete in diesem Jahr „Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“.

Dabei wurde in einem Video der verstorbenen Alt-Bürgermeister Rudolf Wehrl, Hans Barwitzius und Gustav Kraupa gedacht, die heuer runde Todestage haben. Das künstlerische Programm gestalteten die niederösterreichischen Bundespreisträger des Nachwuchstalentwettbewerbs „Prima la musica“.

Für Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger war es die erste Nationalfeiertagsveranstaltung seit seinem Amtsantritt. „Als siebenter Bürgermeister der Nachkriegszeit und als erster bürgerlicher Bürgermeister der Statutarstadt Wiener Neustadt ist diese Feier ein sehr emotionaler Moment für mich persönlich. Ich übe mein Amt im Bewusstsein um die enormen Leistungen meiner großen sozialdemokratischen Vorgänger Rudolf Wehrl, Hans Barwitzius und Gustav Kraupa aus, derer wir gedenken. Sie haben Wiener Neustadt nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg von den Trümmern befreit und die Basis für das heute moderne, pulsierende und zukunftsträchtige Wiener Neustadt gelegt. Genau wie sie sehe ich mich als Bürgermeister für alle Wiener Neustädterinnen und Wiener Neustädter. Denn wenn es um unsere Stadt geht, darf die politische Farbenlehre keine Rolle spielen“, so Schneeberger.

In seiner Zukunftsrede skizzierte der Bürgermeister jenen Weg, den Wiener Neustadt in den kommenden Jahren gehen wird. „Wenn wir heute nicht handeln, ist Wiener Neustadt im März 2016 zahlungsunfähig. Dann bestimmen andere, was mit und in unserer Stadt geschieht. Das wollen wir nicht. Daher müssen und werden wir das größte kommunale Sanierungsprojekt in der Geschichte der Zweiten Republik umsetzen, damit wir unsere Stadt in eine positive Zukunft führen können“, so Schneeberger.

Als „Herzensanliegen“ von ihm und den meisten Wiener Neustädterinnen und Wiener Neustädtern bezeichnete er die Belebung der Innenstadt, welche unter anderem durch einen hochqualitativen Wochenmarkt, ähnlich dem Wiener Naschmarkt, durch die Verlegung der Fachhochschule in die Innenstadt sowie durch viele kleinere und größere Maßnahmen bzw. Veranstaltungen gelingen soll.

Unter dem Motto „Stadt und Land mitanand“ will der Bürgermeister die gefühlten Schranken an den Stadtgrenzen abbauen und eine Vorreiterrolle im Wettbewerb der Regionen Europas übernehmen. „Die Landesausstellung 2019 kann das starke Symbol der Zusammenarbeit in der Region werden“, so Schneeberger. Die neue bunte Stadtregierung setze daher auch einen besonderen Schwerpunkt im Bereich Tourismus und Kultur.

Schneeberger bekannte sich in seiner Rede dazu, dass Wiener Neustadt die Sozialhauptstadt des Landes war und ist. Es werde daher trotz harten Sparkurses keinen sozialen Kahlschlag geben. Allerdings müsse alles so organisiert werden, dass die soziale Treffsicherheit im Mittelpunkt steht.

Der Bürgermeister ging in seiner Rede auch auf die gute Partnerschaft mit dem Land Niederösterreich ein. Er kündigte einen Stadtentwicklungsplan an, um Ghettoisierungen entgegenzuwirken und um Problemen des Miteinanders auch städteplanerisch zu begegnen. Parallel dazu laufen intensive Prozesse, um eine moderne, schlanke und effiziente Verwaltung aufzustellen. Gleichzeitig gab er das Ziel aus: „Wiener Neustadt soll die bürger- und kundenfreundlichste Stadt in Niederösterreich werden“, so Schneeberger.

Abschließend stellte der Bürgermeister klar: „Für die Zukunft von Wiener Neustadt braucht es nicht nur die öffentliche Hand, sondern vor allem auch die Bevölkerung. Wir benötigen ein engagiertes Bürgertum, wir brauchen eine aktive Bürgergesellschaft. Darum bitte ich die Wiener Neustädterinnen und Wiener Neustädter und lade dazu ein“, so Schneeberger.

Traude Dierdorf ist Ehrenbürgerin der Statutarstadt Wiener Neustadt

Da sich dieser Tage zum zehnten Mal der damals aus gesundheitlichen Gründen notwendig gewordene Rücktritt von Bürgermeisterin Traude Dierdorf jährt, ließ Schneeberger mit einer Information aufhorchen: „Ich habe dieses Datum zum Anlass genommen, um Traude Dierdorf in Anerkennung der vielen sozialen Errungenschaften, die auf ihre Funktionsperiode zurückgehen, mit dem heutigen Tage per Verfügung zur Ehrenbürgerin der Statutarstadt Wiener Neustadt zu machen. Ich danke allen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen, dass sie diese Entscheidung mittragen.“ Die offizielle Überreichung der Ehrenbürgerschaft wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

Wiener Neustadt, 22. Oktober 2015

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