Die Löschwasserzisterne in der Josefstadt

Wiener Neustadt galt im Zweiten Weltkrieg durch seine umfangreiche Rüstungsindustrie, dem Fliegerhorst West und den vielen Kasernen als Primärziel der alliierten Streitkräfte. Mit der drohenden Gefahr vor Luftangriffen begann der Feuerlösch- und Entgiftungsdienst der Luftschutzpolizei 1943/44 mit der Einrichtung einer unabhängigen Löschwasser-Versorgung in den Stadtteilen.

Diese Entnahmestellen waren abgesehen von Bächen und Flüssen Löschwasserteiche, Löschwasserbrunnen und gedeckte Löschwasserzisternen. Die Maßnahme diente als Absicherung, um vom Wasserleitungsnetz, das bei Bombentreffern jederzeit beschädigt und unterbrochen werden konnte, unabhängig zu sein.

Der Löschwasserbehälter in der Josefstadt war einer von sechs im Rahmen der Löschwasserbevorratung im Jahr 1944 errichteten, gedeckten Löschwasserzisternen. Dieser hat ein Fassungsvermögen von 200 m3. Für die rasche Löschwasserentnahme war ein Saugrohr mit A-Storz-Kupplung vorgesehen. Durch die Pumpe eines Löschfahrzeuges konnte das Wasser so aus einer Tiefe von mehreren Metern in dessen Löschwasserbehälter befördert werden.


ENGLISH VERSION

Extinguishing Water Cistern Josefstadt

Wiener Neustadt was considered a primary target for the Allied forces during the Second World War due to its extensive armaments industry, the West Air Base and the many barracks. With the threat of air raids looming, in 1943/44 the firefighting and decontamination service of the air raid police began to set up an independent supply of extinguishing water in the city's neighbourhoods.

Apart from streams and rivers, these extraction points were extinguishing water ponds, extinguishing water wells and covered extinguishing water cisterns. The measure served as a safeguard to be independent of the water supply network, which could be damaged and interrupted at any time in the event of bomb hits.

The extinguishing water tank in Josefstadt was one of six covered extinguishing water cisterns built as part of the extinguishing water supply in 1944. It has a capacity of 200 m³. A suction pipe with a so-called A-Storz coupling was provided for the rapid extraction of extinguishing water. The water could thus be pumped from a depth of several metres into the water tank of a fire-fighting vehicle.

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