Klima und Energiemodellregion Wiener Neustadt

Die Stadt Wiener Neustadt und ihre Umgebung zählen zu einer der dynamischsten Wachstumsregionen in Österreich (Bevölkerung, Wirtschaft, Verkehr). Trotz dieses Wachstums soll der Energiebedarf bei allen Verbrauchern bis 2030 gesenkt werden. Aus diesem Grund freut sich Wiener Neustadt, 2012 durch den Klima- und Energiefonds die Beauftragung zur Klima- und Energiemodellregion Wiener Neustadt erhalten zu haben. Zum jetzigen Zeitpunkt befindet sich Wiener Neustadt in der „Weiterführungsphase 3“.

Wiener Neustadt kauft nachhaltig

Der naBe-Aktionsplan des BMK definiert Kriterien für nachhaltige, öffentliche Beschaffung und enthält neben Zielen und Maßnahmen auch konkrete Umweltkriterien für Produkte in16 Beschaffungsgruppen.

Gemeinden geben jährlich große Summen für Güter, Dienstleistungen und Bauaufträge aus. Öffentliche Einkaufsentscheidungen können in Zukunft verstärkt Qualitätskriterien sowie soziale, ethische und ökologische Auswirkungen oder Vorteile für das Gemeinwohl in Betracht ziehen.

Um diese große Verantwortung auch wahrzunehmen hat die Stadt Wiener Neustadt es sich zum Ziel gesetzt, ihre Beschaffung gemäß naBe-Aktionsplan auszurichten und umzustellen.

Aufbauend auf einer Analyse der derzeitigen Beschaffungsprozesse werden diese Schritt für Schritt adaptiert und entsprechende Nachhaltigkeitsregeln implementiert.

Im Bereich der Stadtverwaltung wird das Thema nachhaltige Beschaffung und Nutzung von Ressourcen zusätzlich durch Multiplikator-Schulungen und Workshops gefestigt.

Um auch die Bevölkerung zu erreichen und das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu stärken werden diverse Veranstaltungen in der Stadt organisiert bzw. unterstützt, zB jährliche Faire Wochen, wo nachhaltige und faire Beschaffung im persönlichen Bereich zum Schwerpunkt wird.

Als größte Schulstadt des Bundeslandes hat Wiener Neustadt außerdem enormes Potential auch die junge Bevölkerung zu erreichen und hier schon die Weichen für eine nachhaltiger konsumierende Generation der Zukunft zu stellen. In Kooperation mit dem Verein Südwind werden Schul-Workshops und Schulprojekte gezielt die Entscheidungsträger von morgen informieren und Sie spielerisch an das Thema Nachhaltige Beschaffung/Konsum heranführen.

Solar-City

In dieser Periode soll dieses Potential für Wiener Neustadt weiter ausgeschöpft werden und der Gap zum tatsächlichen Verbrauch kontinuierlich verkleinert werden kann.

Ein Fahrplan über drei Schienen soll zum Ziel „Solar City WN - 100% Strom aus PV“ führen:

Schiene 1: Alle geeigneten Dachflächen der Gebäude im Besitz der Stadt im Detail analysieren und mit PV belegen, Entwicklung von Bürgerbeteiligungsmodellen, PV bei Neuerrichtung und Sanierung von kommunalen Gebäuden inkludieren.

Schiene 2: Gewerbe, Industrie und private Flächen durch Medienkampagne forcieren, Gewinnung von Pilot-/Partnerbetrieben, Anbieten von PV Beratung zum individuellen Potential speziell für Private und Betriebe in Kooperation mit zB der Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich (eNu) und WKNÖ

Schiene 3: Errichtung von Freiflächenanlagen auf geeigneten/gewidmeten Grünflächen, sowie Nutzung von geeigneten, bereits versiegelten Flächen wie zB Parkplätzen, um die Lücke vom Dachpotential zum tatsächlichen Strombedarf zu schließen.

Ergänzend soll die Möglichkeit des Speicherns von PV Strom untersucht und eine Pilotanlage konzipiert werden.

LED there be light

Ziel ist die sukzessive Umstellung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED Leuchtmittel. Zurzeit sind ungefähr 2.000 Beleuchtungsmittel auf LED umgestellt. In den nächsten 2 Jahren ist die Umstellung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED Leuchtmittel geplant.

Erneuerbare Energiegemeinschaft

Erneuerbare Energiegemeinschaften (kurz EEG’s) sind ein Zusammenschluss von mindestens zwei Teilnehmern und mindestens einer Strom-Erzeugungsanlage zur gemeinsamen Produktion und Verwertung von Energie. Darüber hinaus sind sie ein wichtiger Schritt für die Bewältigung der Energiewende und können einen Beitrag zur Treibhausgas-Reduktion leisten.

Im Rahmen dieser Maßnahme wurden potentielle Projekte identifiziert und in Folge ein Businessplan für den Beitritt einer Energiegemeinschaft zur Versorgung städtischer Gebäude angestrebt.

In die Energiegemeinschaft Erneuerbare Energie Lichtenwörth (EEG) speisen die Biogasanlage Lichtenwörth, eine PV-Anlage am „Heutalhof“ und private PV-Anlagen ein. So wird „grüner Strom“ lokal erzeugt und ebenso lokal verbraucht. Die wnsks GmbH wurde Teil der neu gegründeten Erneuerbare Energiegemeinschaft GmbH & Co KG. Verbraucher sind das Wasserwerk Süd II, die Strominfrastruktur der Erdgastankstelle, die Hauptplatz und Theater Garage sowie die Zentralgarage des Verkehrsbetriebes.

  • Der Strom läuft über das Umspannwerk Wiener Neustadt (beim Kanal).
  • Die Abnahmemenge der oben angeführten Zählpunkte umfasst ein Volumen von rund 1,3 Gigawattstunden pro Jahr
Reparaturinitiative

Der Konsum der Menschen ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasen. Nachhaltiger Konsum und Produktion sind daher auch als eines der 17 Ziele der Agenda 2030 bzw. der SDGs der UNO verankert. Im Sinne einer nachhaltigen und Ressourcen schonenden Entwicklung ist eine Änderung des Konsumverhaltens langfristig unumgänglich.

Dass diese Tatsache auch für Wiener Neustadt zutrifft, hat das Projekt "missionzero WN" der Energieagentur Österreich bestätigt, wonach der Güterkonsum für knapp ein Viertel des Erdöl Verbrauchs bzw. der CO2 Emissionen der Stadt verantwortlich ist.

Die in Wiener Neustadt geplante Reparaturinitiative setzt durch einen breitgefächerten Mix an Maßnahmen einen Schwerpunkt zur Verringerung des konsumbedingten CO2-Abdrucks der Stadt.

Voraussetzung für die Annahme von Reparaturangeboten ist natürlich, dass es sie überhaupt gibt und oft steht die Frage, „Wer kann das reparieren?“, an erster Stelle.

Im Mittelpunkt dieser Maßnahmen werden daher die Wiener Neustädter Handwerks- und Reparaturbetriebe stehen. Mit Ihrem Geschick und Know-how verlängern sie nicht nur die Lebensdauer vieler Dinge, sondern erhalten auch handwerkliche Tradition, leisten einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftsleistung und schaffen ein wertvolles Arbeitsplatzangebot in der Region.

Reparatur verbindet ökologische, wirtschaftliche und soziale Vorteile und ist ein Paradebeispiel für eine nachhaltige Dienstleistung mit lokaler Wertschöpfung.

Basierend auf dem Reparaturführer NÖ werden ausgewählte Betriebe im Stadtgebiet/in der Region ins Rampenlicht gerückt. Es werden Betriebe die Möglichkeit bekommen sich und seine Leistungen durch kurze online Spots in lokalen (Print)Medien zu präsentieren.

Mit dem Reparaturbonus des Bundes wird potentiellen Kunden ein Anreiz gegeben, sich für eine Reparatur statt für einen Ersatz zu entscheiden. Anhand der Anzahl nachvollziehbarer Reparaturen kann anschließend auch der Erfolg der Maßnahme bewertet werden.

Für alle die selber reparieren wollen werden die teilnehmenden Betriebe in Kooperationen mit zB dem in Wiener Neustadt bereits etablierten „Reparatur Café“ der Volkshilfe „Schwerpunkt Cafés“ zum jeweiligen Thema anbieten, wo es Tipps zu Reparatur, aber auch Pflege und vorbeugender Wartung gibt.

Dekarbonisierung Fuhrpark

Die Stadt und die WNSKS GmbH entwickelt gemeinsam mit der TU Wien ein Dekarbonisierungskonzept für den gesamten städtischen Fuhrpark.

e-Mobilität/Carsharing

In Wiener Neustadt gibt es derzeit 4 e-Car-Sharing Autos der Firma ShareToo in Kooperation mit der WNSKS GmbH, der Raiffeisen Bank und der EVN. Diese sind am Hauptplatz (vor der EVN und vor der Raiffeisenbank), in der Ungargasse (Hauptplatzgarage) und vor dem Neuen Rathaus vorzufinden.

Radverkehrsleitsystem

Der Radverkehr ist im Rahmen des Verkehrskonzeptes der Stadt Wiener Neustadt ein wesentlicher Schwerpunkt, der ausführlich im STEP 2030+ beschrieben wird. Die Stadt hat aufgrund der heute schon dichten Radinfrastruktur und der Topografie sehr gute Voraussetzungen, den Radverkehr weiter zu fördern.

Als Zielvorgabe soll ein kurz- bis mittelfristig umsetzbares Radverkehrsnetz geplant werden, das die Erhöhung des Radverkehrsanteiles in Wiener Neustadt im Alltagsradverkehr ermöglicht.

Die Förderung des Radverkehrs bedingt aber nicht nur eine attraktive Fahrradinfrastruktur, sondern auch eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit.

Umstiegshubs im Umweltverbund

Der Ausbau von Haltestellen des öffentlichen Verkehrs zu multimodalen Knoten ist ein wichtiger Bestandteil von modernen Verkehrskonzepten. Besonders das Fahrrad lässt sich gut mit anderen Verkehrsmitteln kombinieren – innerhalb der Stadt als auch von PendlerInnen, die nach Wiener Neustadt kommen.

Dahingehend werden laufen die NextBike Sharingangebote in der ganzen Stadt ausgebaut.

Raus aus Öl und Gas

Beratung der Energie- und Umweltagentur NÖ

Magistrat

Hauptplatz 1-3
2700 Wiener Neustadt

Wichtige Telefonnummern

Gesundheitsamt: +43 / 2622 / 373-743
Kindergärten: +43 / 2622 / 373-238
Schulen: +43 / 2622 / 373-239
Sozialservice: +43 / 2622 / 373-720
Volkshochschule: +43 / 2622 / 373-923/-924
Abfallwirtschaft: +43 / 2622 / 373-660
Wasserwerk (bei Gebrechen): +43 / 2622 / 373-551
Kinder- und Jugendhilfe: +43 / 2622 / 373-705
Kultur und Tickets: +43 / 2622 / 373-311
Bürgerservicestelle: +43 / 2622 / 373-190/-191/-192/-193/-194/-198
Telefonzentrale/Vermittlung: +43 / 2622 / 373-0