100 Jahre Verkehrsbetrieb
Mit Busausstellung und Bus-Simulator am 19. Juni am Hauptplatz
„In 100 Jahren kann viel entstehen, sich verändern und weiterentwickeln. Unser Verkehrsbetrieb blickt dabei auf zahlreiche bedeutende Meilensteine zurück. Einer der jüngsten ist die beeindruckende Zahl von 7 Millionen Fahrgästen pro Jahr – ein klares Zeichen dafür, dass unsere Maßnahmen wirken und der öffentliche Verkehr in Wiener Neustadt immer stärker angenommen wird. Als Stadt investieren wir laufend in die Weiterentwicklung und Förderung des öffentlichen Verkehrs. Dazu zählen unsere jährliche Bushaltestellen-Offensive zur Errichtung und Modernisierung von Haltestellen sowie die Anschaffung umweltfreundlicher Hybridbusse. Feiern Sie daher am 19. Juni gemeinsam mit uns. Schlendern Sie durch die Jahre bei der Busausstellung oder nehmen Sie selbst hinterm Steuer Platz. Wir freuen uns auf Sie“, so Bürgermeister Klaus Schneeberger und Stadtrat LAbg. Franz Dinhobl.
Zahlen, Daten & Fakten zu den Verkehrsbetrieben
- Buslenker: aktuell 93
- ältester: Jahrgang 1961
- jüngster: Jahrgang 2004
- Busse: 53
- ältester: Oldtimer, 1961
- jüngster: MAN Efficient Hybrid, 2026
- Höchste Kilometerleistung eines Busses: 700.000 Kilometer Laufleistung
- Buslinien: 11
- Liniennetzlänge: insgesamt 245 Kilometer
- Zurückgelegte Kilometer pro Jahr: insgesamt 2,5 Millionen
- Fahrgäste pro Jahr: rund 7 Millionen
- Weiteste Fahrten: Paris und England
Wie alles begann…
Bereits im Jahr 1910 trat Anton Ofenböck im Gemeinderat für die Schaffung eines innerstädtischen öffentlichen Verkehrs ein. Als er nach dem Ersten Weltkrieg Bürgermeister wurde, schritt er an die Verwirklichung. Am 31. Oktober 1926 verkehrten drei Austro-Fiat-Autobusse in Wiener Neustadt auf der Linie Bahnhof – Hauptplatz – Friedhof. Das kam bei der Bevölkerung so gut an, dass bald jeder Kurs voll ausgelastet war. Fünf weitere Busse der gleichen Marke wurden bereits in den nächsten zwei Monaten in Dienst gestellt. Hinzu kam, dass sich zahlreiche Bürgermeister der Umlandgemeinden mit dem Anliegen meldeten, verkehrstechnisch einbezogen zu werden. Im Oktober 1927 waren bereits 40 Omnibusse im Einsatz. 1927 erwarb die Stadt die Daimler-Reparaturwerkstätte, um sie als Wagenhalle und Reparaturwerkstätte zu nutzen. 1929 wurden bereits 26 Linien befahren, die unter anderem ins burgenländische Seewinkel und in die Bucklige Welt führten.
Die schwere wirtschaftliche Lage in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg trübte die Erfolgsgeschichte, denn die erzielte Frequenz der vielen Linien war zu gering, um wirtschaftlich zu sein. Alle defizitären Linien wurden eingestellt und im Jänner 1930 der Verkehrsbetrieb in die neu geschaffenen Stadtwerke eingegliedert.
Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Wagenhalle und Reparaturwerkstätte in der Giltschwertgasse durch Bomben zerstört. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war der Verkehrsbetrieb praktisch zum Erliegen gekommen. Engagierte Mitarbeiter, die den Krieg überlebt hatten, fanden sich aber schon im Mai 1945 zusammen, um den Betrieb wiederaufzubauen. Fürs erste konnte ein stark beschädigter Omnibus sichergestellt und instandgesetzt werden. Bereits im August 1946 konnte der erste Fahrplan erstellt werden, der das Burgenland und die Bucklige Welt mit Wiener Neustadt verband. Dies war für den Wiederaufbau essenziell, denn so konnten die benötigten Baufach- und sonstigen Arbeitskräfte herangebracht werden. Im Jahr 1950 waren bereits wieder 12 Linien mit einer Länge von 406 Kilometer in Betrieb.
Expansion
In den Jahren 1961 bis 1963 konnte die nach dem Krieg erworbene Sporthalle in der Neunkirchner Straße umgebaut und zu einer modernen Großgarage mit Werkstätten, Büro-, Lager- und Belegschaftsräumen ausgebaut werden. Anfang der 1970er stieg die Frequenz durch die Schülerfreifahrten, sodass in Großraumfahrzeuge investiert werden musste. Diese Gelenkautobusse machten den Bau einer geeigneten Garage notwendig. So wurde 1976 auf dem Gelände der Viehmarkt- und Schlachthofanlagen eine neue Zentralgarage errichtet. 1980 wurden mit 32 Autobussen 18 Linien mit einer Netzlänge von 506 Kilometern betrieben. 7 Linien bedienten das Stadtgebiet.