Bodenschutz durch Entsiegelungen und Rückwidmungen

Bürgermeister Klaus Schneeberger, Infrastruktur-Stadtrat LAbg. Franz Dinhobl und Umweltstadtrat Norbert Horvath: „Wir geben den Menschen die Natur zurück!“

Bodenschutz wird in der Stadt Wiener Neustadt seit einigen Jahren großgeschrieben. Was mit dem Stadtentwicklungsplan STEP WN2030+ begonnen hat und mit der Bodenschutz-Offensive und dem Beschluss nach dem Initiativantrag „Freie Felder – Boden schützen“ 2022 fortgesetzt wurde, bekommt jetzt mit Rückwidmungen in Grünland und konkreten Entsiegelungen eine neue Dimension.

Bild (Stadt Wiener Neustadt/Weller, v.l.n.r.): Infrastruktur-Stadtrat LAbg. Franz Dinhobl, Bürgermeister Klaus Schneeberger, Sonja Gattringer (Leiterin Gruppe "Flächenmanagement und Geoinformation") und Umweltstadtrat Norbert Horvath

Gestartet wird mit einer Entsiegelung im Zehnerviertel und der klimafitten Umgestaltung von Parkplätzen. Einige der Projekte werden auch beim „blau-gelben Bodenbonus“ des Landes Niederösterreich eingereicht. Alles unter dem Motto „Wir geben den Menschen die Natur zurück!“

„Mit 72% unversiegelter Fläche ist Wiener Neustadt gemessen an seiner Größe eine sehr grüne Stadt. Wir werden uns auf diesen Zahlen aber nicht ausruhen und setzen ganz konkrete Schritte zum Ausbau unserer Grünflächen. Dies passierte in den letzten beiden Jahren in erster Linie durch Bodenschutz-Maßnahmen in der Stadtentwicklung, durch Baumpflanzungen, durch Neugestaltung diverser Grün- und Parkanlagen und ähnliches. Jetzt gehen wir aber einen Schritt weiter und beginnen dort, wo es möglich und sinnvoll ist, Entsiegelungen durchzuführen und dort, wo bestehende Bauland- oder Verkehrsflächen-Widmungen nicht notwendig sind, erfolgen Rückwidmungen in Grünland, damit wir den Erhalt der Grünflächen sicherstellen“, so Bürgermeister Klaus Schneeberger

Infrastruktur-Stadtrat LAbg. Franz Dinhobl: „Durch Etablierung der Gruppe ‚Flächenmanagement und Geoinformation‘ in der Stadtverwaltung haben wir erstmals eine Organisationseinheit, die sich ganz gezielt um die Umsetzung all unserer Bodenschutz-Maßnahmen und Projekte gegen die Versiegelung kümmert. Dadurch rücken wir dieses Thema noch mehr in den Fokus. Die heute präsentierten Schritte sind ein Anfang und werden in den nächsten Monaten und Jahren natürlich weiter fortgesetzt und ausgebaut. Der ‚blau-gelbe Bodenbonus‘ des Landes Niederösterreich ist hier eine ganz wertvolle Unterstützung, den wir gerne in Anspruch nehmen werden.“

Umweltstadtrat Norbert Horvath: „Als Umweltstadtrat freut mich natürlich jeder Schritt, der zu einem ‚grünen Wiener Neustadt‘ beiträgt. Um dem Klimawandel aktiv begegnen zu können, werden wir uns nicht mit dem Bewahren des Status Quo zufriedengeben, sondern setzen ganz bewusst Maßnahmen, die eine Stärkung der Grünräume in der Stadt zur Folge haben. Dass dies nicht nur Versprechungen und Lippenbekenntnisse sind, zeigt die Maßnahmenliste, die wir schon für das Jahr 2023 fix eingeplant haben und deren Umsetzung bereits auf Schiene ist. Nur so bleibt Wiener Neustadt – wie im STEP WN2030+ festgeschrieben – die ‚Stadt fürs Leben‘.“

 

Die Bodenschutz-Maßnahmen ab 2023 im Detail

  1. Entsiegelungsflächen
  • Bereich nördlich des Spielplatzes Zehnergasse/Schützengasse, ca. 530 m² unter Beibehaltung eines unversiegelten Geh- und Radweges
  • Entsiegelung von Parkplätzen -> Grundsätzlich sollen künftig bei Um- und Zubauten von Parkplatzflächen im öffentlichen Bereich z.B. Schulen, Sportplätze, usw. auf versickerungsfähige Bodenbeläge geachtet werden

 

Aktuelle Projekte:

  • Sanierung Parkplatz in der Altabachgasse – Sanierung mit versickerungsfähiger Oberfläche
  • Pilotprojekt „klimafitter Parkplatz“ soll Vorbild auch für private Stellplätze werden: Neugestaltung Parkplatz NMS Wirtschaft und Technik (Wohlfahrtgasse) -> Entsiegelung und Neugestaltung des Parkplatzes mit unversiegelten Flächen und Grünraumgestaltung
  • Straßenräume: stärkere Begrünung der Straßenräume (in Bebauungsbestimmungen bereits festgelegt), Anwendung des Schwammstadtprinzips (Sicherung des Überlebens für Bäume im Straßenraum, damit mehr Grün möglich – mehr Wurzelraum, Bodenluft und Bodenwasser für Straßenbäume unter befestigter Fläche) wird forciert

  

  1. Rückwidmungsflächen:
  • Szokoll-Park: Sicherung der Erholungsfunktion durch Sicherung der Grünfläche, kleinklimatische Verbesserung: Umwidmung von Bauland in Grünland Parkanlage, ca. 2.900 m²
  • Anna Rieger-Gasse: Schutz der Ufervegetation: Umwidmung von Bauland Sondergebiet Schule in Grünland Parkanlage, ca. 300 m²
  • Leithamühlgasse: Sicherung und Verbesserung der Grünfläche (Möblierung erweitern, etc.), Umwidmung von Bauland Wohngebiet in Grünland Parkanlage, ca. 420m²
  • Locatelligasse: Sicherung und Verbesserung der Grünfläche, Umwidmung von Bauland Wohngebiet in Grünland Parkanlage, ca. 230 m²
  • Lichtenwörther Gasse: Sicherung der Vernetzung und Wegeverbindung: Umwidmung von Bauland Wohngebiet in Grünland Parkanlage, ca. 1.100 m²
  • Willendorfer Gasse: Sicherung bestehender Straßenbegleitgrünflächen, Umwidmung von öffentlicher Verkehrsfläche in Grünland Grüngürtel, ca. 930 m²
  • Flugplatz West: Sicherung der Grünflächen: Umwidmung von private Verkehrsfläche-Militärflugplatz in Grünland, ca. 290 ha

 

  1. weitere Überlegungen/Projekte
  • Aspanger Zeile: Durch die Verlegung der Aspanger Zeile im Zuge der Errichtung der B54-Unterführung kann ein Teil des alten Verlaufs entsiegelt werden – Entscheidung nach Fertigstellung B54-Unterführung.
  • Frohsdorfer Straße: Durch die Verlegung der L148 im Zuge der Errichtung der B54-Unterführung kann ein Teil des alten Verlaufs entsiegelt werden – Entscheidung nach Fertigstellung B54-Unterführung.
  • Arena Nova: Prüfung der klimafitten Ausführung des Parkplatzes und somit Entsiegelung von Teilflächen
  • Schleppbahngasse: Prüfung einer Verengung der Fahrbahn und dadurch Entsiegelung von Randflächen
  • Fohlenhof: Weiterführung des Projekts „Naturraumentwicklung Fohlenhof“, das bereits mit der Gestaltung der Picknickwiese begonnen hat

 

  1. Bewusstseinsbildung

Ab dem Jahr 2023 wird in der städtischen Kommunikation (vor allem in den „Wiener Neustädter Nachrichten“, dem Amtsblatt der Stadt) verstärkt Aufklärungsarbeit zum Thema Bodenschutz betrieben. Themen sind z.B. Entsiegelungsmöglichkeiten auch im privaten Bereich, Fördermöglichkeiten, Dachflächenbegrünungen, etc.

Das Thema der Entsiegelung ist für die Stadt Wiener Neustadt mit diesen Maßnahmen natürlich kein abgeschlossener, sondern ein dynamischer Prozess. Es werden laufend Monitorings stattfinden und Flächen definiert, welche fachlich beurteilt und wenn möglich in der Folge auch entsiegelt oder rückgewidmet werden.

 

Bisherige Bodenschutz-Maßnahmen der Stadt

  • Stadtentwicklungsplan STEP WN2030+

Der STEP WN 2030+ beinhaltet im Handlungsfeld „Verantwortung für Grün- und Freiraum“ Ziele für den Umgang mit den Grün- und Freiflächen in Wiener Neustadt. Eine Verbesserung der Nutzungsqualität innerstädtischer Grün- und Freiräume, ein Ausbau nichtkommerzieller Freiräume für Jugendliche und junge Erwachsene, die Sicherung wertvoller Naturräume und der Schutz der Funktionsfähigkeit von Grün- und Freiräumen für die Stadt sind nur ein Ausschnitt aus den wesentlichen Punkten des Stadtentwicklungsplans.

Ein flächensparender Umgang mit der endlichen Ressource Boden ist die Grundlage dafür, wobei die Forcierung von Mobilisierungsmaßnahmen für vorhandene Baulandreserven vor einer Neuwidmung von Betriebsbauland im STEP WN 2030+ eine wesentliche Folge daraus ist.

Erste Maßnahmen in diesem Bereich waren die Rückwidmung auf Grünland in der Josef Bierenz-Gasse sowie die Festlegung von lokalen Siedlungsgrenzen zum Schutz der Ackerflächen an den Stadträndern.

Innenverdichtung vor Außenentwicklung ist hier das oberste Prinzip.

  • Bodenschutz-Offensive 2022

Mit den 5 Maßnahmen mehr Raum zum Leben, mehr Bäume für Wiener Neustadt, mehr Grün vor der Haustür, mehr Natur bei Parkplätzen, mehr Platz für Fahrräder wurden im Bebauungsplan der Stadt Voraussetzungen und Bedingungen zum Bodenschutz bei neuen Bauvorhaben geschaffen.

  • Initiativantrag „Freie Felder – Boden schützen“

Der Gemeinderat beschloss im Dezember 2022, dass es keine Neuwidmungen von Gewerbegebieten gibt, bevor nicht alle bestehenden Betriebsgebiete ausgeschöpft und aktiviert wurden. Dies wurde durch die Widmung von so genannten „Grünland-Freihalteflächen“ sichergestellt. Jeder Umwidmungsschritt muss hinkünftig intensiv geprüft und bewertet werden. Der Beschluss erfolgte als gemeinsamer Antrag der bunten Stadtregierung als Ergebnis des Initiativantrags „Freie Felder - Boden schützen“ von einer Gruppe junger Menschen, die sich hier engagiert hatten.

  • Baumschutz

Zum Schutz der Grünräume in der Stadt zählen auch alle Maßnahmen des Baumschutzes. Hier gab es in den letzten Jahren eine massive Erhöhung von Baumpflanzungen – pro Jahr werden zwischen 350 und 400 Bäume gepflanzt.

Außerdem sorgt die Baumschutz-Verordnung, die mittlerweile auch auf private Gründe ausgeweitet wurde, dafür, dass bei Fällungen unter bestimmten Voraussetzungen Ersatzpflanzungen durchzuführen sind.

  • Gründung Magistratsgruppe „Flächenmanagement und Geoinformation“

Im Jahr 2022 wurde seitens der Stadt eine neue Gruppe „Flächenmanagement und Geoinformation“ gegründet. Das Aufgabengebiet beinhaltet Themenbereiche des STEP WN2030+, wie z.B. nachhaltige Flächenentwicklung, Flächensicherung (Bodenbevorratung), Flächenpotentialerhebungen, Baulandmobilisierung (vor Neuwidmungen), etc. Seitens des Flächenmanagements wurden im letzten Jahr mögliche Flächen (mit Hauptaugenmerk auf Flächen im Eigentum der Stadt) erhoben, die sich einerseits für eine Rückwidmung von Bauland bzw. Verkehrsfläche in Grünland und andererseits als Entsiegelungsfläche eignen.

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