Verkehrsteilnehmer sind sicher vor Väterchen Frost und Frau Holle

Unser Winterdienst ist für Sie im Einsatz!

Die Bauhof-Mitarbeiter machen im Winter als Engel in Orange unsere Straßen sicher. Aber wie funktioniert der Winterdienst eigentlich? Wie viele Männer stehen jederzeit bereit und wer drückt den roten Knopf zur Alarmierung? All das und mehr erfahren Sie hier.

Josef Ebner vom Winterdienst. Er arbeitet seit 35 Jahren am Bauhof Wiener Neustadt.

Mehrere Tonnen Salz und Splitt sind eingelagert, mehr als 40 Fahrzeuge winterfit gemacht und rund 80 Mann bereit, um dem Winter die Zähne zu zeigen. Immerhin sind in Wiener Neustadt rund 400 Kilometer Straßen zu betreuen, plus 15.500 Quadratmeter Wege in den Grünraum-Bereichen wie etwa Parks. Eine Mammutaufgabe für Wirtschaftshof- und WNSKS-Chef Thomas Pils und seine Männer.

Herr Pils, wie viele Mitarbeiter stehen für den Winterdienst bereit?
Rund 100 Mitarbeiter des Magistrats der Gruppen Wirtschaftshof und Grünraum, darunter auch 5 Frauen. Sie alle arbeiten übers Jahr als Straßenreiniger, Maurer, Tischler, Gärtner usw. Außerdem externe Mitarbeiter einer Firma.

Wie ist die Bereitschaft eingeteilt?
Es gibt zwei Gruppen mit je 40 Mann und eine Gruppe hat immer Bereitschaft. Wenn es sehr stark schneit, wird aber auch die zweite Gruppe alarmiert.

Stichwort Alarmierung: Wie darf man sich das vorstellen?
Es gibt immer einen diensthabenden Straßenmeister. Er muss die Situation einschätzen, das Wetter beobachten, Kontrollrunden fahren und die Entscheidung treffen. Diese Mitarbeiter sind geschult, aber die Erfahrung ist hier natürlich auch ganz entscheidend.

Wann rücken die Männer aus?
Starke Schneefälle sind eher die Ausnahme bei uns. Meistens bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, wenn die Straße beginnt, schmierig zu werden. Bei diesen Verhältnissen müssen wir auch am häufigsten streuen, weil es immer wieder taut, friert, taut und friert.

Das heißt 40 Mann schlafen, wenn sie Bereitschaft haben, mit dem Handy unter dem Kopfpolster?
Vielleicht nicht unter dem Polster, aber auf dem Nachtkasterl. Die Alarmierung erfolgt per Anruf, was manchmal auch schon eine Herausforderung ist. Manche haben einfach einen guten Schlaf und da kommt es schon vor, dass man mehrmals anrufen muss. Dann geht es aber schnell und die Mitarbeiter machen sich sofort auf den Weg. Eine gewisse Vorlaufzeit braucht es aber, da viele auch aus dem Bezirk einpendeln.

Wann ist Dienstbeginn?
Im Anlassfall um 4 Uhr morgens, dann ist gewährleistet, dass die Straßen für den Frühverkehr frei sind.

Und wann ist Schluss?
Wenn die Arbeit getan ist. Manchmal erst um Mitternacht oder später, wenn es stark schneit. Aber prinzipiell dauert eine Schicht 8 Stunden.

In diesen 400 Tonnen-Silos lagert der Salz-Vorrat der Stadt

Wie lange dauert es, bis die ganze Stadt geräumt ist?
Das ist unterschiedlich, weil jeder Einsatz anders ist. Manchmal ist auf der einen Seite der Stadt ganz anderes Wetter, als auf der anderen Seite. Aber rund eine Schicht lang muss man schon rechnen, um überall hinzukommen.

Und wo holen Sie sich den Wetterbericht?
Über öffentlich zugängliche Medien und „WetterZentrum“. Einmal täglich bekommen wir einen Bericht und zusätzlich SMS mit Wetterwarnungen. Außerdem können wir dort anrufen, falls es Unklarheiten bei der Interpretation gibt.

Wie fleißig die Männer vom Winterdienst unterwegs sind, zeigen auch noch diese Zahlen: Pro Saison werden rund 13.000 Einsatzstunden absolviert. 2018/19 wurden rund 2.200 Tonnen Steinsalz und 410 Tonnen Splitt ausgeführt. 2019/20 waren es „nur“ 340 Tonnen Salz und 16 Tonnen Split, weil der Winter sehr mild war.

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