Erfreuliche Bilanz bei Sprachförderung in den Volksschulen

Trotz „Distance Learning“ deutliche Steigerung des Sprachstands

Seit Dezember 2016 gibt es in Wiener Neustadt ein spezielles Förderprojekt für Schülerinnen und Schüler nicht-deutscher Muttersprache – ein Projekt, das aufgrund der raschen Erfolge von der Bundesregierung schon bald nach Wiener Neustädter Vorbild auf ganz Österreich ausgeweitet wurde.

Bildungsstadtrat Philipp Gruber, Bürgermeister Klaus Schneeberger und Schulqualitätsmanagerin Sabine Karl-Moldan sichteten gemeinsam die erfreulichen Zahlen des Projekts, das sich von Wiener Neustadt aus zum österreichweiten Erfolgsmodell entwickelte.

Dabei werden die Kinder dreier Volksschulen in Musikerziehung, Werken, Zeichnen, Turnen und zum Teil in Mathematik im Klassenverband belassen, während der übrigen Unterrichtszeit erfahren sie in temporärer Gruppenbildung eine intensive Sprachförderung. Nach dem Herunterfahren der Schulen infolge der Corona-Pandemie wurde nun erneut Bilanz gezogen – und die fällt trotz der Umstellung auf „Distance Learning“ und damit verbundener Herausforderungen durchaus positiv aus.

Zum Verständnis: Die Sprachförderung gliedert sich in drei Ebenen. Begonnen wird in einer „Deutschförderklasse“ – wer dort entsprechende Erfolge erzielt, steigt in den „Deutschförderkurs“ auf.  Erst wenn auch im Kurs eine deutliche Steigerung des Sprachstands erkennbar ist, erlangen die Schüler „ordentlichen Status“ und kehren in den ganz normalen Klassenverband zurück. Nach Evaluierung im Juni 2020 zeigt sich dabei nun folgendes Ergebnis: In der Volksschule Rudolf Wehrl sowie in der Volksschule Baumkirchnerring konnten 35 Prozent der Schüler, in der Volksschule Otto Glöckel 25 Prozent während der Lock-Down-Phase „ordentlichen Status“ erlangen. 

„Wiener Neustadt ist ein Hot-Spot, was die Frage der Integration anlangt. Insbesondere in unseren Kindergärten und Schulen sind wir aufgrund des hohen Anteils von Kindern nicht-deutscher Muttersprache mit großen Problemen konfrontiert. Deshalb setzen wir in unseren Brennpunktschulen auf dieses spezielle Sprachförderprogramm, das bereits in den vergangenen Jahren große Erfolge gebracht hat“, so Bürgermeister Klaus Schneeberger und Bildungsstadtrat Philipp Gruber, „dass nun auch nach dem Lock-Down und der Umstellung auf ‚Home Schooling‘ de facto kein Verlust von deutschsprachlichen Kompetenzen erkennbar ist, ist besonders erfreulich und zeigt, dass wir mit den Deutschförderklassen einen funktionierenden Weg gefunden haben, um den Erwerb von Sprache zu fördern. Unser Dank gilt der Abteilungsleiterin der Bildungsdirektion NÖ, Außenstelle Wiener Neustadt, Schulqualitätsmanagerin  Sabine Karl-Moldan für diesen innovativen Ansatz sowie unseren engagierten Pädagoginnen und Pädagogen der Stadt Wiener Neustadt, die dieses Konzept höchst professionell umsetzen.“ 

Die Zahlen im Detail

  • Volksschule Rudolf Wehrl
7 Schüler in der Deutschförderklasse: 3 verbleiben, 4 steigen in den Kurs auf
19 Schüler im Deutschförderkurs: 10 bleiben im Kurs, 9 werden ordentlich
D.h.: 35 Prozent „ordentlicher Status“ während der Lock-Down-Phase
 
  • Volksschule Baumkirchnerring
27 Schüler in der Deutschförderklasse: 10 verbleiben, 14 wechseln in den Kurs, 3 werden sofort ordentlich
23 Schüler im Deutschförderkurs: 9 bleiben im Kurs, 14 werden ordentlich
D.h.: 35 Prozent „ordentlicher Status“ während der Lock-Down-Phase
 
  • Volksschule Otto Glöckel
23 Schüler in der Deutschförderklasse: 14 verbleiben, 9 wechseln in den Kurs
36 Schüler im Deutschförderkurs: 21 bleiben im Kurs, 15 werden ordentlich
D.h.: 25 Prozent „ordentlicher Status während der Lock-Down-Phase

 

Chronologie des Projekts

  • Dezember 2016: Erhebung des Sprachstands vor Beginn des Projekts und Start in der Volksschule Baumkirchnerring
  • Ostern 2017: Erhebung des Sprachstands in der VS Baumkirchnerring à Steigerung um bis zu 70 Prozent
  • Schulbeginn 2017/18: Fortführung des Projekts mit neu dazugekommenen Schülern in den Schulen VS Baumkirchnerring, VS Rudolf Wehrl und VS Otto Glöckel – neuerliche Erhebung bringt 50 Prozent Sprachstandssteigerung
  • Juni 2018: Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bildungsminister Heinz Faßmann besuchen die Deutschförderklassen
  • Schuljahr 2018/19: Einführung der Deutschförderklassen und Deutschförderkurse nach Wiener Neustädter Vorbild in ganz Österreich

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