Das Hotel Zentral am Hauptplatz

Ein Rundgang durch das Haus und die Geschichte

Das Haus Nummer 27 am Hauptplatz: Jeder kennt es, doch kaum ein Neustädter weiß, wie es drinnen ausschaut, im Hotel Zentral. „Außer ein paar, die einen Wasserrohrbruch oder andere Gebrechen hatten und ein paar Tage aussiedeln mussten“, lacht Eva-Maria Holzbauer-Schwartz, die seit 2015 und in dritter Generation die Geschicke des Traditionshauses lenkt.

Eva-Maria Schwartz mit Vater Günter

Eröffnet wurde das Hotel Zentral in der Silvesternacht 1908 – mit einem Aufzug und elektrischem Strom war es damals topmodern und dank zahlreicher und stetiger Sanierungsmaßnahmen ist es auch heute noch eine Top-Adresse in der Innenstadt.

Ein- und ausgegangen sind in den 110 Jahren viele: Touristen und Geschäftsreisende ebenso, wie Prominente (fast) aller Genres: Vom gebürtigen Wiener Neustädter Karl Merkatz über die Trapp-Familie bis zu Entertainer Peter Kraus und von den Chippendales bis zum Nockalm-Quintett.

Und wie gefällt es den Gästen, die aus Österreich und Deutschland genauso kommen, wie aus den USA, Australien und Indien? „Sehr gut! Die meisten denken, dass Wiener Neustadt eine Satellitenstadt von Wien ist und sind überrascht, was für eine schöne Altstadt wir haben und was für nette Geschäfte“, erzählt Eva-Maria Holzbauer-Schwartz. „Wir haben deutsche Gäste, die kommen seit 10 Jahren zu den Seefestspielen Mörbisch und freuen sich jedes Jahr schon auf die guten Marillen am Markt. Viele unserer Gäste gehen gerne in der Stadt flanieren, shoppen, essen oder einfach nur auf einen Kaffee.“

Mit 42 Zimmern, 2 Appartements und rund 100 Betten ist das Hotel Zentral mit seinen Gästen durchaus auch ein großer Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Jedes der Zimmer ist individuell eingerichtet und anders – ein tyisches Boutiquehotel eben.

Individualität ist auch das Stichwort im Berufsalltag von Eva-Maria Holzbauer-Schwartz: „Wir sind ein kleines Hotel, sehr familiär und so bemühen wir uns auch um unsere Gäste. Dass wir helfen, wenn etwa jemand seine Toilettartikel vergessen hat, ist selbstverständlich. Wir hatten aber auch schon einen Bräutigam, dem plötzlich die Anzughose nicht mehr gepasst hat. Also haben wir schnell eine Schneiderin organisiert, die den Tag gerettet hat.“

Die Hotel-Direktorin wollte ursprünglich eigentlich Wirtschaft studieren, bis sie eines Sommers einfach „picken“ geblieben ist. „Ich hab bei meinen Eltern Ferialpraxis gemacht und es hat mir so gut gefallen, dass ich weiter gemacht habe.“ Was für ein Glück! Denn mit Eva-Maria Holzbauer-Schwartz ist das Hotel Zentral zwar nicht für weitere 110 Jahre, aber zumindest für die nächsten Jahrzehnte, in guten, liebevollen Händen.

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