„Naturraumentwicklung Fohlenhof“ startet

Stadt Wiener Neustadt sichert wertvollen Grünraum

Die Zukunft des Fohlenhofs ist grün! Dies gaben Bürgermeister Klaus Schneeberger und Stadtrat Franz Dinhobl im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt. Im Detail heißt das, dass die Stadt in Kooperation mit „Natur im Garten“ das Projekt „Naturraumentwicklung Fohlenhof“ startet, das jegliche Verbauung unzulässig macht.

Die Zukunft des Fohlenhofs im Wiener Neustädter Akademiepark wird grün!

Bürgermeister Klaus Schneeberger zu diesem Projekt: „Der von uns durchgeführte Ideenwettbewerb ‚Dorf in der Stadt‘, mit dem wir die Bevölkerung über ihre Wünsche zur Zukunft des Fohlenhofs befragt haben, hat eindeutig gezeigt, dass dieses Areal im Akademiepark als Grünraum erhalten bleiben soll. Diesen Wünschen werden wir nun nachkommen und das auch mit Beschlüssen im Gemeinderat fixieren. Damit setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt zum Erhalt von Grünräumen in unserer Stadt.“

Stadtrat Franz Dinhobl, der inhaltlich für das Projekt zuständig ist: „Schon unser gesamter Stadtentwicklungsprozess STEP WN2030 beschäftigt sich intensiv mit den Grünräumen in der Stadt. Mit diesem neuen Projekt wollen und werden wir dies noch einmal massiv verstärken. Es ist ein eindrucksvolles Beispiel, wie Bürgerbeteiligung funktionieren muss: Wir haben die Meinungen der Menschen eingeholt, haben sie bewertet, mit unseren eigenen Vorstellungen zusammengeführt und nun eine Entscheidung für die Zukunft getroffen. Ich freue mich auf die Umsetzung dieser spannenden ‚Naturraumentwicklung Fohlenhof‘.“

Die Schritte zur „Naturraumentwicklung Fohlenhof“

  • Grundsatzbeschluss
    • Für die Durchführung des (Planungs-)Wettbewerbsverfahrens und für die weiteren Umsetzungsschritte/-etappen soll zur Schaffung von entsprechenden Entscheidungsgrundlagen im Gemeinderat im September 2019 ein Grundsatzbeschluss eingeholt werden.
  • Widmung
    • Der Bereich des Fohlenhofes soll mit einer passenden Grünraumwidmung – grundsätzlich Grünland Parkanlagen (Gp) – versehen werden. Eine weitere Verbauungsmöglichkeit wird dadurch ausgeschlossen. Für erhaltungswürdige Bestandsgebäude werden punktuell entsprechende widmungsrechtliche Vorkehrungen (voraussichtlich Grünland - Erhaltenswerte Gebäude) getroffen. Da nun eine definitive Entscheidung getroffen wurde, soll die angestrebte Widmungsänderung auch bereits im Herbst zur öffentlichen Auflage gebracht werden und Ende des Jahres im Gemeinderat beschlossen werden.
  • Planungsverfahren
    • Ziel ist es, für das Projekt „Naturraumentwicklung Fohlenhof“ ein geladenes Wettbewerbsverfahren durchzuführen. Dies ermöglicht die bestmögliche Planungsidee für den gesamten Bereich des Fohlenhofs durch ein Auswahlgremium zu definieren. Erste Ergebnisse dieses Wettbewerbs-verfahrens sollen Ende 2019 vorliegen, nachdem die widmungsrechtlichen Rahmenbedingungen auch im Gemeinderat beschlossen wurden. Der Planungswettbewerb soll in Kooperation mit „Natur im Garten“ durchgeführt werden.

Zum „Fohlenhof“

  • Das Areal des so genannten „Fohlenhofs“ liegt im Wiener Neustädter Akademiepark und befindet sich im Eigentum der städtischen Tochtergesellschaft wnsks.
  • Der „Fohlenhof“ ist rund 4,5 Hektar groß und war jahrzehntelang landwirtschaftlich genutzt. Zeitweise waren bis zu 600 Mastschweine vor Ort. In den letzten Jahren wurden die Gebäude lediglich noch als Lagerräume für den städtischen Gutshof genutzt.

Zu „STEP WN2030“

Im Jahr 2017 wurde der Prozess für den Stadtentwicklungsplan WN 2030 (STEP WN2030) ins Leben gerufen. Nach erfolgter Grundlagenerhebung startete im Frühjahr 2018 der BürgerInnenbeteiligungsprozess, der sich aus mehreren Stufen zusammensetzt. Begonnen wurde mit dem 1. Stadtdialog im März 2018, wo rund 250 Besucherinnen und Besucher ihr Interesse am STEP WN 2030 kundtun konnten.

Ideen und Vorstellungen konnten zu 6 verschiedenen Themenbereichen ausgesprochen, diskutiert und schriftlich festgehalten werden. Der nächste Schritt im BürgerInnenbeteiligungsprozess war die Ideenpostkartenaktion, wo insgesamt 284 Karten (inklusive E-Mails) abgegeben wurden. Die Ideen wurden thematisch nach den Themenbereichen des 1. Stadtdialogs sortiert und zusammengefasst. Auch in Schulen gab es im Jahr 2018 entsprechende Workshops.

 

Etwa zeitgleich mit dem Start des BürgerInnenbeteiligungsprozesses fand im Jänner 2018 eine Aktion zur Ideenfindung zum Areal des Fohlenhofs statt. Es waren alle Bürgerinnen und Bürger dabei aufgerufen, ihre Ideen und Visionen für die neue Nutzung des Fohlenhofareals bekanntzugeben. Im Zuge dieses Beteiligungsprozesses wurden 101 Teilnehmerkarten mit verschiedenen Ideen, Wünschen und Vorschlägen eingebracht, welche in der Folge durch eine fachkundige Jury gereiht wurden. Bereits zu diesem Zeitpunkt war zu erkennen, dass die Erhaltung des Fohlenhofs als Naturraum ein großes Anliegen der Bevölkerung darstellt. Die 10 besten Beiträge wurden prämiert und mit Urkunden ausgezeichnet.

Im November 2018 war die Grundlagenerhebung zum STEP WN2030 abgeschlossen, der 2. Stadtdialog fand statt und erste Ergebnisse und Leitziele daraus wurden der Bevölkerung präsentiert. Da es sich bei der Erstellung des Stadtentwicklungsplans um einen offenen Prozess handelt, wurde beschlossen, die BürgerInnenbeteiligung nochmals zu erweitern und Fokusgruppen zu den einzelnen Schwerpunktthemen durchzuführen. Die erste Fokusgruppe fand daher zum Themenschwerpunkt „Grün- und Freiräume in Wiener Neustadt“ im April 2019 statt. Auch hier war der Wunsch nach einer Unterschutzstellung des Fohlenhofs erkennbar.

Aus den bisher vorliegenden Ergebnissen der Grundlagenerhebung und aller BürgerInnenbeteiligungsformate soll daher bereits vor dem Abschluss des Stadtentwicklungsplans ein erstes Zeichen und ein weiterer Schritt Richtung Erhaltung unserer Grünräume gesetzt werden.

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