Trauer im Ehrenringträger Friedrich Kuttner

Direktor i.R. Oberrettungsrat im 101. Lebensjahr verstorben

Die Stadt Wiener Neustadt trauert um den ehemaligen Direktor des Roten Kreuzes Wiener Neustadt Friedrich Kuttner – der Oberrettungsrat und Ehrenringträger verstarb am 25. Oktober im 101. Lebensjahr.

„Oberrettungsrat Friedrich Kuttner war Gründer des Roten Kreuzes Wiener Neustadt, viele Jahre lang dessen Leiter und ganz maßgeblich an der Entwicklung des Roten Kreuzes in Niederösterreich beteiligt. Gemeinsam mit seiner Gattin Josefine, die seinerzeit Amtsärztin der Stadt Wiener Neustadt war, hat er 1984 den ersten Notarztwagen in der Stadt gegründet. Im Dezember des Vorjahres durfte ich Friedrich Kuttner anlässlich seines 100. Geburtstages noch im Traude Dierdorf-Stadtheim besuchen und ihm für sein jahrzehntelanges Engagement danken. Sein Name wird mit dem Roten Kreuz in Wiener Neustadt und darüber hinaus für immer verbunden sein. Unsere Anteilnahme gilt in diesen Tagen seinen Hinterbliebenen – wir werden unserem Ehrenringträger stets ein ehrendes Andenken bewahren“, so Bürgermeister Klaus Schneeberger.

Zur Person

Friedrich Kuttner wurde am 6. Dezember 1919 in Freistadt in Oberösterreich geboren. Nach dem Besuch der Mittelschule musste er – noch keine 20 Jahre alt – zum Kriegsdienst einrücken und kam schließlich in amerikanisch-britische Gefangenschaft. Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft wurde er im Bezirk St. Veit an der Glan mit dem Aufbau des Rettungswesen betraut, 1948 dann mit dem Aufbau der Rettungsstelle in Voitsberg in der Steiermark und schließlich mit der Wiedererrichtung der völlig zusammengebrochenen Bezirksstelle Leoben.

1961 wurde Friedrich Kuttner nach Wiener Neustadt geholt. Hier galt es, eine Rettungsstelle wieder aufzubauen, deren finanzielle Lage äußerst angespannt war, deren Unterkünfte veraltet waren und deren Fahrzeugpark nur aus drei Krankenwagen und einem alten Jeep bestand. Unter der Leitung Friedrich Kuttners konnte die Wiener Neustädter Rettungsstelle modernisiert und den neuen Bedingungen einer gut funktionierenden Hilfsstelle angepasst werden.

Aber nicht nur in Stadt und Bezirk Wiener Neustadt sowie vielen anderen Teilen Österreichs, sondern auch im nahen Ausland war Friedrich Kuttner mit seinen freiwilligen Mitarbeitern zur Stelle, wenn es zu helfen galt. Bei Katastropheneinsätzen in Italien und Jugoslawien half er in tage- und nächtelangen Einsätzen, das größte Leid schwerstbetroffener Menschen zu lindern.

Für all diese Verdienste wurde Friedrich Kuttner mit der Hochwasser-Medaille des Landes Steiermark, der Ehrenmedaille für Verdienste der Stadt Florenz, der Ehrenurkunde der steiermärkischen Landesregierung für hervorragende Leistungen um den Aufbau des Rettungswesens, der Silbernen Verdienstmedaille für Verdienste um die Republik Österreich und dem Silbernen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Mit Beschluss des Gemeinderates vom 31. Oktober 1980 erhielt er außerdem den Ehrenring der Stadt Wiener Neustadt.

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