Albert Janetschek-Tafel in Volksschule Pestalozzi enthüllt

Der Wiener Neustädter Literat und langjährige Direktor der Volksschule Pestalozzi, Albert Janetschek, wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Anlässlich dessen wurde an seinem Todestag eine Gedenktafel in „seiner“ Volksschule feierlich enthüllt. Stadtrat Franz Piribauer spendete der Schule außerdem eine selbst erworbene Karikatur des Direktors, die in der Volksschule aufgehängt wird.

Bild (Stadt Wiener Neustadt/Weller): Zweiter Vizebürgermeister LAbg. Rainer Spenger, Volksschule Pestalozzi-Direktorin Bianca Stiegler, Bürgermeister Klaus Schneeberger und Stadtrat Franz Piribauer mit Samuel, Paulina, Leonore und Josephine.

„Die Gedenktafel in der Volksschule Pestalozzi, die Albert Janetschek als engagierter Direktor viele Jahre geprägt hat, erinnert uns an einen Mann, der Wiener Neustadt mit seiner Leidenschaft für Bildung und Sprache bereichert hat. Sein Wirken als Pädagoge und Schriftsteller war stets eine klare Haltung zu Menschlichkeit und Verantwortung. Diese Schule bleibt ein lebendiger Ort seiner Werte und erinnert uns daran, dass es unser gemeinsames Ziel bleibt, Freiheit, Wissen und Zusammenhalt zu stärken und mutig weiterzutragen“, so Bürgermeister Klaus Schneeberger, Zweiter Vizebürgermeister LAbg. Rainer Spenger und Stadtrat Franz Piribauer.

 

Zu Albert Janetschek

In Hochwolkersdorf geboren, lebte er ab seinem achten Lebensjahr in Wiener Neustadt, wo er auch seine Schulausbildung absolvierte. Die Ausbildung zum Lehrer an der Lehrerbildungsanstalt in Wiener Neustadt konnte er kriegsbedingt erst nach dem Zweiten Weltkrieg abschließen und unterrichtete ab 1948. Von 1974 bis zu seiner Pensionierung 1985, wirkte er als Direktor der Pestalozzi-Volksschule. Es wurde ihm der Titel Oberschulrat verliehen. 1946 veröffentlichte Janetschek einen ersten Lyrikband mit dem Titel „Das unerschöpfliche Maß“, wobei er in seinen Gedichten Kriegserlebnisse einfließen ließ. Zu seinem Schrifttum zählten in der Folge lyrische Werke, Prosa, Aphorismen und Dramen. Als Ausdruckmittel verwendete er gerne die Mundart, wobei sie ihm immer als Werkzeug diente, um satirische Texte zu transportieren.

 

Janetschek war Mitbegründer des Literaturkreises „Podium“. Er schrieb Buchrezensionen für Zeitschriften und den ORF. Er war Mitglied des Literaturkreises „Podium“, Mitglied beim österreichischen Schriftstellerverband, Vizepräsident des Österreichischen P.E.N.-Club und Mitglied der Österreichischen Dialektautoren (ÖDA).

 

Albert Janetschek wurde für sein literarisches Schaffen mehrfach geehrt und ausgezeichnet. So erhielt er den Kulturförderungspreis des Landes Niederösterreich 1964, den Kultur- und Würdigungspreis des Landes Niederösterreich 1981, den Kulturpreis für Literatur der Stadt Wiener Neustadt 1983, das Ehrenzeichen der Stadt Wiener Neustadt sowie den Ehrenring seines Geburtsortes Hochwolkersdorf.

 

Wichtige Werke:

  • 1946 Das unerschöpfliche Maß (Lyrik)
  • 1951 Botschaft der Seele (Lyrik)
  • 1953 Gnade und Bewährung (Lyrik)
  • 1968 Notration für die Zukunft (satirische Gedichte)
  • 1980 Erfüllte Zeit (Lyrik)
  • 1982 Wortsalven auf Konsumzwerge (Aphorismen)
  • 1985 Verwandlungen (Lyrik)
  • 1992 Die Spuren der Herkunft (Prosa)
  • 1995 „Max und Moritz“ von Wilhelm Buch in deutschen Dialekten (zum Teil im ORF gesendet)
  • 1996 Die unwirkliche Republik (Aphorismen)

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