Wortwiege Festival 2026

Unter dem Motto »UNGEHEUER… ist viel«

25. Februar - 29. März 2026 "Ungeheuer ist viel. Doch nichts ungeheurer als der Mensch.“ – das berühmte Antigone-Zitat ist die Zündschnur für einen Spielplan über die ungeheuerliche Doppelnatur des Menschen: Mit den beiden monströsen Gesellschaftskomödien von Qualtinger/Merz sowie der Neu-Beschäftigung mit dem Mythos Troja, von Homer über Kleists Penthesilea bis zu zeitgenössischem Musik- und Tanztheater, einem brandneuen Lesetheater von Franz Schuh zu Karl Kraus, der Theaterserie REDEN! sowie Dialogformaten mit Gästen wie Klaus Theweleit, Daniela Strigl, Florian Scheuba, Raimund Löw, Lisz Hirn, Michael Köhlmeier, Barbara Toth oder Konrad-Paul Liessmann, eröffnet das Festival eine zeitgenössische Agora in den historischen Kasematten Wiener Neustadts.

Bild (Stadt wiener Neustadt/Weller): Christian Mair (kaufmännische Leitung Wortwiege), Anna Luca Krassnigg (künstlerische Leitung Wortwiege) und Bürgermeister Klaus Schneeberger.

„Wahrhaft Ungeheures begegnet uns derzeit in unbegreiflicher Geschwindigkeit. Die Erregungskurve ist hoch, die Fassungslosigkeit über die rasanten Veränderungen hält uns in Atem. Und doch ahnen wir: Nichts daran ist gänzlich neu, wirft vielmehr erneut die alte Frage auf: Wie kann das Geschöpf Mensch gleichzeitig abscheulich destruktiv und ungeheuer visionär sein? Und liegt nicht genau darin trotz allem Hoffnung?“, so Festivalleiterin Anna Luca Krassnigg zum Spielzeitmotto.

Kleists PENTHESILEA
Eines der gewaltigsten Werke der Theaterliteratur: Penthesilea, die Königin der Amazonen, und Griechenheld Achilles treffen und verlieben sich ineinander am ungünstigsten aller Orte – dem Schlachtfeld. Ihre persönliche Gefühlswelt stellt die rechtliche Ordnung der Gesellschaften, an deren Spitze sie stehen, wortwörtlich auf die Zerreißprobe.

Qualtinger/Merz´ DAS VOLKSFEST
Das Wortwiege Festival bringt ein weiteres der nur drei Theaterstücke von Helmut Qualtinger und Carl Merz auf die Bühne: Am 12. Mai soll Herrn Reindls traurige Existenz endlich Glanz erfahren. Was undenkbar ist, machen Neugier und Sensationslust möglich: Die Hinrichtung soll zum Volksfest der Nation werden. Scharfzüngig, zutiefst böse und enorm komisch.

Qualtinger/Merz´ ALLES GERETTET (Wiederaufnahme)
Aufgrund der großen Nachfrage und des Ungeheuerlichen, das dem Stück innewohnt, gibt es drei weitere Vorstellungen von „Alles gerettet“, dem existenzkomischen und
tragisch-erhellenden Prozessdrama über den Ringtheaterbrand im Dezember 1881 – definitiv die letzte Chance, diesen Theaterabend zu erleben!

BROKE’N; an Odd Messiah
In einer Verschmelzung von Körpertheater, Visual Design, Tanz und Musik erzählt Nico Dorigatti in Korhan Basarans neuem Stück als metaphorischer gefallener Engel vom Schmerz einer zerbrochenen Welt. Bewegend, aufwühlend, sprachlos.

TROJA FOREVER
Die Performance-Band Fox On Ice zeigt vor der Uraufführung in Troja/Canakkale einen Teil ihres neuen, internationalen Musiktheaterprojekts POLYXENA. Eine musikalisch-filmische Neuinterpretation des Mythos mit den Homer-Kennern Georg Danek und Michael Köhlmeier.

DIE KUGEL ist der Menschheit bei dem einen Ohr hinein und bei dem anderen
hinausgegangen
Nach einer Textfassung von Franz Schuh, die den Krieg nicht nur aus der Perspektive von Karl Kraus vor Augen und Ohren führt, lesen Anna Luca Krassnigg und Franz Schuh aus den „Letzten Tagen der Menschheit.“ Dazu steht der Akkordeonist Stefan Sterzinger auf der Bühne des Lesetheaters.

REDEN!
Schauspieler:innen beleben bedeutende historische und zeitgenössische Reden neu, Expert:innen analysieren die Rhetorik und Hintergründe. Im Vergleich verdeutlichen die Antrittsreden dreier sehr unterschiedlicher amerikanischer Präsidenten (Roosevelt, Kennedy, Trump) historische Entwicklungen der westlichen Welt. Das Böse Denken des Heinrich Himmler wird von der scharfen Analyse Hannah Arendts entmachtet. Beide bieten auf unterschiedlichste Weise tiefe Einblicke in die Denkweisen totalitärer Regime.

SALON am Sonntag
Das zeitgenössische Update des historischen „Salons“: Anna Luca Krassnigg lädt jeden Sonntag Persönlichkeiten aus Kunst, Literatur und Wissenschaft ein, brennende Fragen der Gegenwart im Licht des Spielzeitmottos zu diskutieren. Diesmal bereichern uns Daniela Strigl, Klaus Theweleit, Florian Scheuba, Lisz Hirn, Peter Strasser, Jonas Grethlein, Judith Kohlenberger, Barbara Tóth, László Földenyi und Jérôme Junod.

Interaktive Theaterformen
Das PUB QUIZ théâtral und die ANTIGONE-WERKSTATT ergänzen den Spielplan und laden das Publikum zur aktiven Beschäftigung mit Themen und Texten ein.

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